Der Schreiber als Künstler (1)

Einen guten Schriftsteller zeichnet aus, aufmerksam beobachten, Szenen gut erkennen und interpretieren zu können. Ein künstlerischer Schriftsteller fasst diese dann elegant in Worte. Dabei gestaltet er das Buch wie ein Kunstwerk, das er fein modelliert, formt und zu einem wunderbaren Ganzen führt. Das Werk muss dann pulsieren, einen eigenen Rhythmus besitzen, der den Spannungsbögen folgt.

Rendezvous mit dem wahren Leben

So sieht also mein Rendezvous mit dem Buchautor Paul Steinbeck aus: Ein Wartebereich vor dem Gate 164 des Flughafens Stuttgart. Besser gesagt, mein Rendezvous mit der Wirklichkeit seines realen Ichs. Dieses kommt mit zwei duftenden Bechern Kaffee von der Getränkebar zurück und setzt sich.

Ideologien

„Glaubt mir, solange der Mensch meint, anderen mit seinen Ideologien helfen zu wollen, so lange geht es den Menschen schlecht.“ Ich erinnerte mich plötzlich des Spruches, den mir einst jemand zuflüsterte – und ließ resigniert die Finger von der Tatstatur. (Auszug aus Teil II von Der Flug des Zitronenfalters – Schatten der Vergangenheit.)

Glänzende Aussichten!

Wenn man lernt, dass im deutschsprachigem Raum zwischen 80.000 und 100.000 Bücher erscheinen – jährlich (je nachdem, welche Statistik man nimmt) – und nur 200 Autorinnen und Autoren können davon leben, dann ist das „bemerkenswert“. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Fussball-Talent in den Armenvierteln dieser Welt entdeckt werden kann, scheint höher, als dass ein Werk von …

Des Autors Seelenstriptease

Ich war vor Kurzem dermaßen geplättet, als mein Buch „Der Flug des Zitronenfalters“ Teil einer Leserunde auf einer großen Leseplattform sein durfte. Täglich lass ich voller Spannung die Kommentare der Leser zu jedem einzelnen Kapitel. Du konntest sehen, wie sie beinahe stündlich durch das Buch vorwärts wanderten. Ich aber war verblüfft, auf was sie alles …

Waffenschein für Worte

Es gibt keine gefährlichere Waffe, als giftig eingesetzte Worte. Wortgefechte töteten mit Sicherheit mehr Menschen in unserer Geschichte als alle Waffengattungen zusammen. Denn sie stehen am Anfang allen Unheils! Die Verrohung der Sprache bildet den Vorhof unsäglichen Leids. Das hat uns die Geschichte schon oft gelehrt. Doch, „wer die Geschichte nicht kennt, ist dazu verdammt, …

Respekt

Was macht eigentlich einen guten Kritiker aus Herr #Denis #Scheck? Die Anzahl der Bücher, die sie scheinbar im Jahr lesen? Wie mag das nur gehen? Klingt für mich so, als ob es einem Buchkonsum in Fastfood-Manier gleich kommt. Kann man da überhaupt noch gerechte Kritiken verfassen? Woran macht sich die Kritik fest? Nur an den …

Des Autors Irrtum

Bis vor Kurzem war ich tatsächlich des Glaubens, es reicht, ein gutes Buch zu Schreiben. Das verkauft sich dann von selbst. Was für ein Irrtum. Das wäre genauso, als wenn Jehudi Menuhin mit der Geige in der New Yorker Central Station in die Ecke steht und geigt. Kein Mensch bleibt stehen, niemand erkennt ihn – …

Der Wert eines Buches

„Für die Welt bist Du nur ein Buch – für Deinen Autor bist Du die Welt.“ Woran wird der Erfolg eines Buches gemessen? Am Verkaufserfolg? An den vielfachen Rezensionen? Oder: An der Zufriedenheit und dem Glücklichsein des Autors? An dem Gefühl, etwas angestoßen zu haben bei den Lesern, die sich damit auseinander gesetzt haben? Nicht …